Werke von Flor Peeters („Lied an die Sonne“), Josef Labor („Andante“ aus: Sonate h-moll op. 15) und Max Reger (Choralphantasie „Wie schön leucht’ uns der Morgenstern”)
Martin Lücker, Frankfurt
Dauer: 30 Minuten
Eintritt: 5 Euro (Karten 30 Minuten vor Matinéebeginn an der Konzertkasse)
Im Rahmen der Orgelmatinéen im Dom St. Bartholomäus spielt Martin Lücker, „Senior Organist“ an der Frankfurter Katharinenkirche, am Samstag, 25. Juli 2026, 12.30 Uhr, Werke von Flor Peeters („Lied an die Sonne“), Josef Labor („Andante“ aus: Sonate h-moll op. 15) und Max Reger (Choralphantasie „Wie schön leucht’ uns der Morgenstern”).
Die Fantasie über den Choral „Wie schön leucht’ uns der Morgenstern“, op. 40 Nr. 1, von Max Reger ist eines der bedeutendsten und bekanntesten Werke der deutschen romantischen Orgelmusik. Reger komponierte dieses monumentale Stück im September 1899. Das Werk basiert auf dem bekannten Kirchenlied „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Philipp Nicolai. Reger nutzt die Orgel hier als „Klangorchester“ und reizt alle dynamischen und harmonischen Facetten des Instruments aus. Die Komposition startet überraschend düster in es-Moll mit extremen Lautstärkewechseln (vom vollen Werk bis zu zarten Registern). Dies symbolisiert das Chaos und die Dunkelheit der Welt, bevor das Licht Christi („der Morgenstern“) erscheint. Reger übersetzt den Text der einzelnen Liedstrophen des Chorals hochgradig feinfühlig in Musik. Abschnitte voller emotionaler Intensität wechseln sich mit lyrischen Passagen ab. Charakteristisch sind die dichte Polyphonie, rasche Tempowechsel sowie eine hochromantische, chromatische Harmonik, die die Grenzen der Tonalität auslotet. Die Fantasie gipfelt in einer kunstvollen, mächtigen Steigerungsfuge, die den triumphalen Einzug des Lichts feiert.
Vermutlich gibt es wenige Organisten, die ein dermaßen großes Orgelrepertoire dauerhaft präsent haben wie Martin Lücker. Denn seit dem 1. September 1983 spielt der Organist der Frankfurter St. Katharinenkirche „30 Minuten Orgelmusik“.
Geboren 1953 in Pr. Oldendorf/Kreis Minden-Lübbecke, wurde Lücker ausgebildet unter anderem in Hannover bei Volker Gwinner und in Wien durch den legendären Anton Heiller. In den frühen 1970er Jahren legten vier Preise bei Internationalen Orgelwettbewerben den Grundstein für eine umfassende Karriere als Konzertorganist, Juror, Lehrer bei Meisterkursen und Herausgeber.
Orgelkonzerte führten ihn in viele europäische Länder und nach Amerika, an die großen Saalorgeln, aber auch an die Kirchenorgeln bis hin zu den Monumentalinstrumenten im Dom zu Merseburg und St. Sulpice in Paris und nicht zuletzt an bedeutende historische Orgeln. Er konzertierte mit dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg, dem Kölner Gürzenich-Orchester, dem Orchester der Tonhalle Düsseldorf, mit dem Frankfurter Museumsorchester, der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Ensemble Modern. Seine künstlerischen Erfahrungen, sein großes Wissen und seine Liebe zur Musik gab Martin Lücker von 1998 bis 2016 im Rahmen einer Orgelprofessur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main weiter. Seine Konzertprogramme umfassen Orgelliteratur von der Renaissance bis zur jüngsten Gegenwart. Zwischen Dezember 2016 und Juli 2017 hat Martin Lücker zum dritten Mal – nach Aufführungen in den Jahren 1985 und 1995 – in St. Katharinen das Gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach an 17 Abenden gespielt. Als „Senior Organist“ führt Lücker seit April 2023 die Reihe „30 Minuten Orgelmusik“ in St. Katharinen weiter.
Bildnachweis: © Martin Lücker